Steckachsen am Fahrrad: Unterschiede, Maße und wie Sie sie sicher absichern.
Steckachsen am Fahrrad: Unterschiede, Maße und wie Sie sie sicher absichern.
Steckachsen sind heute Stand der Technik. Sie sorgen für einen festen Sitz des Laufrads, mehr Steifigkeit und eine präzise Ausrichtung der Bremse. Gleichzeitig bringen sie eine neue Komplexität mit sich, denn Steckachse ist nicht gleich Steckachse. Länge, Durchmesser, Gewinde und die jeweilige Gabel- oder Rahmenaufnahme müssen exakt passen.
Wer Steckachsen ersetzen oder absichern möchte, sollte diese Unterschiede kennen. Nur so lassen sich Fehlkäufe, Montageprobleme und unnötiger Aufwand vermeiden.
Was ist eine Steckachse?
Eine Steckachse ist eine Achse, die durch die Nabe geführt und direkt in Gabel oder Rahmen eingeschraubt wird. Das Laufrad wird dabei nicht nur über Klemmkraft gehalten, sondern formschlüssig über die Achse im Rahmen fixiert.
Diese Bauweise sorgt für eine reproduzierbar exakte Positionierung des Laufrads. Gerade bei Fahrrädern mit Scheibenbremsen ist das entscheidend, da schon kleine Abweichungen zu Schleifgeräuschen oder ungleichmäßigem Verschleiß führen können.
Warum Steckachsen heute Standard sind
Steckachsen sind konstruktiv stabiler und führen das Laufrad definierter. Sie nehmen Bremskräfte besser auf und verhindern Verwindungen unter Belastung. Deshalb haben sie sich insbesondere bei Fahrrädern mit Scheibenbremsen weitgehend durchgesetzt.
Der Vorteil hat jedoch eine Kehrseite: Steckachsen sind deutlich weniger einheitlich als klassische Schnellspannachsen.
Die wichtigsten Unterschiede bei Steckachsen
Achsdurchmesser
Gängig sind vor allem zwei Durchmesser:
- 12 Millimeter
- 15 Millimeter
12 Millimeter wird häufig am Hinterrad eingesetzt, 15 Millimeter überwiegend am Vorderrad. Der Durchmesser ist fest vorgegeben und muss zur Nabe passen.
Einbaubreite
Die Einbaubreite beschreibt den Abstand zwischen den Ausfallenden von Gabel oder Rahmen. Typische Maße sind:
- 100 oder 110 Millimeter vorne
- 142 oder 148 Millimeter hinten
Der sogenannte Boost-Standard mit 110 Millimeter vorne und 148 Millimeter hinten ist bei vielen neueren Mountainbikes verbreitet. Auch hier gilt: Die Einbaubreite muss exakt passen.
Gesamtlänge der Steckachse
Neben Durchmesser und Einbaubreite ist die Gesamtlänge der Achse entscheidend. Sie bestimmt, ob das Gewinde vollständig greift und die Achse korrekt anliegt.
Schon wenige Millimeter Abweichung können dazu führen, dass die Achse nicht bis zum Anschlag eingeschraubt werden kann oder nicht sicher klemmt.
Gewindelänge und Gewindesteigung
Ein besonders kritischer Punkt ist das Gewinde. Häufige Varianten sind unter anderem:
- M12 x 1,0
- M12 x 1,5
- M12 x 1,75
- M15 x 1,5
Eine falsche Gewindesteigung kann das Gewinde in Rahmen oder Gabel beschädigen. Dieser Fehler lässt sich nicht durch vorsichtiges Einschrauben ausgleichen und sollte unbedingt vermieden werden.
Gabel- und Rahmenspezifika
Je nach Hersteller kommen unterschiedliche Steckachs-Standards zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem Maxle-Aufnahmen, X-12-Systeme sowie spezielle Konstruktionen wie Suntour QLoc.
Während Maxle- und X-12-Systeme mit einem regulären Gewinde arbeiten, verfügt das QLoc-System über kein Gewinde in der Gabel. Die Klemmung erfolgt hier seitlich, weshalb spezielle Adapterlösungen erforderlich sind.
Zusätzlich unterscheiden sich Ausfallenden nicht nur in ihrer Breite, sondern auch in ihrer Geometrie. Je nach Gabel oder Rahmen kann die Auflagefläche flach, konisch oder leicht versenkt ausgeführt sein. Diese Form beeinflusst, wie die Steckachse am Ausfallende anliegt und ob Anpassungs- oder Ausgleichsscheiben benötigt werden.
Steckachsen messen: warum das entscheidend ist
Viele Probleme mit Steckachsen entstehen nicht durch komplizierte Technik, sondern durch ungenaues Messen. Bereits eine falsche Gewindesteigung oder eine minimal abweichende Länge kann dazu führen, dass eine Steckachse nicht passt oder nicht sicher sitzt.
Für die Auswahl der passenden Steckachse sollten Sie daher immer die Originalachse bestimmen:
- Achsdurchmesser
- Gesamtlänge
- Gewindesteigung
Da sich die Gewindesteigung mit bloßem Auge kaum sicher erkennen lässt, empfiehlt sich der Vergleich mit einer Hilfsskala oder einer Maßübersicht für Steckachsen. So lassen sich Fehlkäufe zuverlässig vermeiden.
Warum Steckachsen ein Diebstahlrisiko sein können
Viele serienmäßige Steckachsen lassen sich mit einem integrierten Hebel oder einfachem Werkzeug lösen. Für Gelegenheitsdiebe genügt das oft, um ein Laufrad in kurzer Zeit zu demontieren.
Gerade bei kurzen Stopps oder beim Abstellen im öffentlichen Raum ist das eine reale Schwachstelle. Der Rahmen ist abgeschlossen, das Laufrad jedoch nicht.
Steckachsen sichern: welche Lösung bietet PITLOCK?
Wer seine Steckachsen sichern möchte, braucht eine Lösung, die exakt zum vorhandenen Steckachsen-Standard passt. Unterschiede bei Durchmesser, Länge, Gewindesteigung und Aufnahme lassen hier keine Kompromisse zu.
PITLOCK ersetzt die serienmäßige Steckachse durch eine codierte Sicherheits-Steckachse. Ohne den passenden PIT-Schlüssel ist ein Lösen der Achse nur mit erheblichem Aufwand oder zerstörerischen Methoden möglich.
Je nach Fahrrad und Aufnahme kommen unterschiedliche Lösungen zum Einsatz:
- codierte Steckachsen mit festem Gewinde
- Steckachsen mit Adapterhülse bei Systemen ohne Gewinde
- spezielle Lösungen für seitlich klemmende Systeme wie Suntour QLoc
Die Sicherheits-Steckachsen bestehen aus hochwertigem Aluminium und rostfreiem Edelstahl und sind für den dauerhaften Einsatz im Alltag ausgelegt. Alle Varianten orientieren sich exakt an den Maßen der jeweiligen Originalachse.
Jede Steckachse ist Teil eines codierten Systems. Sollte ein Schlüssel verloren gehen, kann anhand der Code-ID eine passende Nachlieferung erfolgen.
Hinweis zu Steckachsen mit Double-Lead-Gewinde
Einige Steckachsen verwenden sogenannte Double-Lead- oder Double-Thread-Gewinde. Dabei verlaufen zwei Gewindegänge parallel, sodass die Achse pro Umdrehung weiter eingeschraubt wird als bei einem klassischen Einfachgewinde.
Für diese Bauform bieten wir aktuell keine Sicherungslösung an. Steckachsen mit Double-Lead-Gewinde sind konstruktiv nicht mit Systemen kompatibel, die für klassische Gewindegänge ausgelegt sind. In solchen Fällen bleibt die vom Hersteller verbaute Originalachse derzeit die sicherste Wahl.
Kein absolutes Versprechen. Aber ein klarer Unterschied.
PITLOCK ist kein Allheilmittel. Mit ausreichend Zeit und schwerem Werkzeug lässt sich nahezu alles überwinden. Entscheidend ist der Aufwand.
Wo eine serienmäßige Steckachse schnell gelöst ist, erfordert eine gesicherte Steckachse Zeit, Werkzeug und Aufmerksamkeit. In vielen Alltagssituationen reicht das aus, um Gelegenheitsdiebstähle zu verhindern.
Fazit
Steckachsen bieten klare technische Vorteile, sind aber deutlich weniger einheitlich als klassische Schnellspannachsen. Unterschiede bei Durchmesser, Länge, Gewindesteigung und Aufnahmeart machen eine genaue Auswahl unverzichtbar.
Wer seine Steckachse korrekt bestimmt und auf eine passgenaue Sicherungslösung setzt, sorgt für einen sicheren Sitz des Laufrads und reduziert gleichzeitig das Risiko eines schnellen Diebstahls deutlich.
Noch unsicher? Wir helfen gerne weiter.
Wenn Sie sich bei der Bestimmung Ihrer Steckachse unsicher sind, wenden Sie sich gerne an Ihren Fachhändler oder schreiben Sie uns einfach eine E-Mail. Mit den Maßen Ihrer Originalachse oder einem kurzen Hinweis zum Fahrradmodell helfen wir Ihnen gerne weiter.
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